Was sagt dir dein Zervixschleim?

Vermutlich hast auch du schon mal Zervixschleim in der Unterhose wahrgenommen und wusstest eventuell gar nichts von dessen Bedeutung.

Was ist Zervixschleim?

Zervixschleim ist Schleim aus der Zervix (griech. Hals), also dem Gebärmutterhals. Die Vertiefungen des Gebärmutterhalses (Krypten) sind mit Schleimhaut ausgekleidet und produzieren unter Östrogeneinfluss den Zervixschleim. Der Zervixschleim ist grundsätzlich Ausdruck von Fruchtbarkeit und Gesundheit.

Welche Aufgabe hat der Zervixschleim?

Beginnt ein neuer Zyklus mit der Menstruation, fangen auch die Eibläschen im Eierstock an, zu wachsen und damit steigt die Östrogenproduktion. Dadurch wird der Zervixschleim wässriger, durchsichtig, spinnbar und mengenmäßig mehr. Der Zervixschleim rinnt die Vaginalwand bis zur Vaginalöffnung hinunter, an der er abgenommen und beobachtet werden kann.

Nach dem Eisprung fallen die Eibläschen zusammen und das Östrogen sinkt stark ab. Dadurch verdickt sich der Zervixschleim und dichtet den Gebärmutterhals ab. Keime können so in der nicht-fruchtbaren Zeit nicht hoch wandern. Auch Spermien können in dieser Zeit nicht hoch wandern. Sie würden auch keine Eizelle mehr vorfinden und so werden sie in der sauren Vaginalflora aufgelöst. Dieses natürliche Zyklusgeschehen kann beobachtet werden und nach den NFP-Regeln sicher ausgewertet werden. Und dies in den allermeisten Fällen schon im ersten beobachteten Zyklus. Unterschieden wird Zervixschleim vom Weißfluss, der sich vor der ersten Menstruationsblutung einer Frau in der Pubertät einstellt, und vom chronischen oder sogar krankhaften Ausfluss (juckt, brennt und riecht übel). Auch sexuelle Erregung und Samenflüssigkeit können den Zervixschleim circa einen halben Tag lang überdecken.

Zervixschleim

Zervixschleim in besonderen Zyklussituationen

Zervixschleim und Kinderwunsch

Der Zervixschleim hat eine sehr wichtige Rolle bei der Entstehung eines Babys. Du kannst ihn dir wie das Wasser einer rettenden Oase nach einer langer Wüstenwanderung vorstellen. Der Zervixschleim garantiert das Überleben der Spermien, deren Transport und filtert morphologisch auffällige Spermien heraus. Zervixschleim ist in der fruchtbaren Zeit um den Eisprung herum reich an Proteinen, Aminosäuren, Enzymen, Peptiden, Lipiden, Salzen und Zucker. Ideale Bedingungen für die Spermien, um sich zu erholen und neue Energie für die weitere Reise zu tanken. Die Spermien wandern in kleinen Trupps weitere 3-5 Tage vom Gebärmutterhals bis zum äußeren Drittel des Eileiters. Finden sie dort eine Eizelle, kann eines von ihnen mit ihr verschmelzen. Das heißt wiederum, dass dem Zervixschleim eine entscheidende Rolle bei Kinderwunsch zukommt: kein Zervixschleim = kein Baby.

Zervixschleim während der Stillzeit

Der Zervixschleim kann prinzipiell 3 Wochen nach der Geburt bzw. nach dem Erliegen des Wochenflusses beobachtet werden (meist nach 6 Wochen). Hier gibt es viele Varianten: so kann eine Frau entweder ein unverändertes Muster von zum Beispiel weißlichem, cremigen Zervixschleim wahrnehmen oder gar keinen Zervixschleim beobachten. Auch ein sich ständig wechselndes Zervixschleimmuster ist möglich und wird umso wahrscheinlicher, je länger die Geburt zurückliegt. Mit eigenen Stillregeln lässt sich NFP auch während der Stillzeit bzw. nach einer Geburt anwenden.

Was sagt dir dein Zervixschleim?

Zervixschleim nach dem Absetzen hormoneller Verhütungsmethoden

Nach dem Absetzen von Pille & Co. kann es mitunter dauern, bis sich das individuelle Zervixschleimmuster einspielt. Dann kann der Zervixschleim nicht vorhanden sein, ständig wechseln oder es gibt eine sehr lange gleichbleibende Zervixschleimphase.

Zervixschleim in den Wechseljahren

Das Zervixschleimmuster verändert sich allmählich hin zu weniger bis letztlich keinem Zervixschleim mehr. Auch hier werden spezielle Methodenregeln, ähnlich der Stillzeit angewendet.

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