Die 10 größten Mythen zur Menstruation


Welche Mythen zur Menstruation entspringen der Phantasie und welche haben Realitätsgehalte? Wenn du weiter liest, erfährst du, was ich dazu heraus gefunden habe.

Mythos 1: Während der Menstruation hat eine Frau schlechte Laune.

Jein. Viele Frauen spüren schon weit vor der Menstruation ihr Bedürfnis nach Rückzug, ganz deutlich wird dies auf jeden Fall während der Menstruation. Wird eine Frau in ihrem Bedürfnis gehemmt bzw. gesteht sie es sich nicht zu, kann dies natürlich zu schlechter Laune führen.

Mythos 2: Von der Menstruation wird die Haut unrein.

Möglich. Wenn Östrogen sinkt, können Androgene Hautunreinheiten verursachen.

Mythos 3: Während der Menstruation nimmt man zu.

Jein. Durch das erhöhte Progesteron vor der Menstruation lagert der Körper mehr Wasser ein und dies führt zu mehr Gewicht. Auch können Geschmäcker und Gelüste durch Progesteron variieren.

Mythos 4: Enge Freundinnen menstruieren zur gleichen Zeit.

Nein. Dieser Mythos geht auf eine unzureichende Studie von McClintock (1971) zurück. Eine populäre Theorie besagt, dass eine Synchronisation von Zyklen verhindern würde, dass ein dominanter Mann alle Frauen befruchtet.

Weil Zykluslängen auch unter einer Frau mehr oder weniger variieren, kann es natürlich vorkommen, dass dann und wann zwei oder mehr Frauen gemeinsam bluten (aber nicht die Menstruation am gleichen Tag einsetzt).

Doch weder in der modernen westlichen Welt, noch unter Naturvölkern (Strassmann, 1997) synchronisieren sich Zyklen. Unterschiedliche Lebensumstände, unterschiedliche Energie- und Stresslevel und Schwangerschaften ließen dies gar nicht zu.


Mythos 5: In Naturvölkern synchronisieren sich die Zyklen der Frauen mit dem Mond.

Nein, auch bei Naturvölkern bei fehlendem elektrischem Licht synchronisieren sich Zyklen nicht mit dem Mond (Strassmann, 1997). Wie müsste denn so ein Zyklus aussehen? Würde das heißen, dass z.B. bei Vollmond ein Eisprung statt findet oder eher die Menstruation? Würden dann alle Frauen zur gleichen Zeit menstruieren?

Mythos 6: Während der Menstruation darf man nicht baden.

Nein. Während der Menstruation darfst du natürlich baden, duschen, schwimmen etc.

Mythos 7: Das Menstruationsblut ist giftig.

Nein. Aristoteles, Paracelsus und Béla Schick waren beispielsweise Vertreter des Glaubens an ein giftiges Menstruationsblut. 1958 bewies Karl Johann Burger, dass Menstruationsblut nicht giftig, sondern absolut unschädlich ist.

Mythos 8: Eine Frau ist während der Menstruation unrein. Alles, was sie angreift wird sauer, verdirbt etc.

Nein. Viele Religionen haben dies vertreten und tun es immer noch. So darf eine menstruierende Frauen nicht an religiösen Zeremonien teilnehmen, darf andere nicht die Hand geben oder religiöse Artefakte berühren usw. Die Ursprünge dieses Mythos beruhen aber bloß auf der Tatsache, dass eine Frau meist vor/ während der Menstruationsblutung physiologisch bedingt ein größeres Bedürfnis nach Rückzug hat und sich somit „außerhalb der Zeit“ befindet – d.h. sich eine Auszeit nehmen darf und nicht am Alltagsleben teil nehmen muss. Was also einst ein Schutz für die Frau sein sollte, wurde über die Zeit zum Gebot bzw. Verbot.

Mythos 9: Während der Menstruationsblutung kann man nicht schwanger werden.

Wenn eine Frau einen frühen Eisprung in ihrem Zyklus hat, z.B. am 10. Zyklustag, kann sie vom Geschlechtsverkehr während der Menstruationsblutung schwanger werden.


Findet der sehr frühe Eisprung während der Menstruationsblutung statt, kann eine Frau natürlich auch während der Menstruationsblutung schwanger werden.

Frühe Eisprünge sind aber vergleichsweise selten bzw. treten erst am Ende des fruchtbaren Lebens einer Frau, also am Anfang der Wechseljahre, gehäuft auf.

Mythos 10: Während der Menstruation schmeckt die Muttermilch anders.

Möglich. Es kann sein, dass dies ein Kind sogar äußert.

Quellen:

McClintock, M. K.: Menstrual Synchrony and Suppression. Nature volume 229, pages 244–245 (22 January 1971)

Strassmann, B.I.: The biology of menstruation in homo sapiens: total lifetime menses, fecundity, and nonsynchrony in a naturla-fertility population. Current Anthropology 1997 38:1, 123-129.


Foto von Unsplash

Abbildung: eigene Abbildung

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