Weinen - 1. Teil: Warum weint mein Baby so sehr?

Babys drücken sich über ihre Körper aus, zum Beispiel über Weinen oder Mimik. Sie wollen sich nur äußern, gesehen werden, gehört werden und nicht ihre Eltern und ihre Umgebung zur Verzweiflung bringen.

Wenn Babys weinen, dann tun sie dies aus unterschiedlichen Gründen: ungestillte Bedürfnisse, Erinnerungen oder Frustration.

Bedürfnisweinen

Wenn Babys weinen, weil sie ein Bedürfnis haben, das gestillt werden muss, dann hören sie auch wieder auf, wenn dieses befriedigt wurde. Es kann dann sein, dass sie zu wenig Bewegung haben, ihnen zu heiß ist, sie Hunger haben, müde sind oder sie aufs Klo müssen.

Wenn Babys in diesem Fall weinen, dann nur, weil ihre anderen Versuche, auf ihre Bedürfnisse aufmerksam zu machen, gescheitert sind und weinen der letzte mögliche Ausweg ist.

Was Eltern in diesen Fällen tun können: dem Weinen Aufmerksamkeit schenken, die Bedürfnisse durchchecken und das unbefriedigte Bedürfnis benennen. Dabei geht es nicht darum, das Baby in seinem Weinen möglichst schnell abzustellen, sondern seine Bedürfnisse zu erkennen und darauf einzugehen.

Weinen aus Frustration

Babys weinen unter anderen, wenn die Frustration sprunghaft ansteigt und sie derart von ihrem Schmerz übermannt werden, dass ihnen keine Wahl mehr bleibt. Zum Beispiel weil sie sich verletzen oder weil ihr Bedürfnis nicht gesehen wird und schon sehr akut ist. Das Weinen hört sich wie festgefahren an, nicht befreiend. Das Kind kann dabei die Luft für mehrere Sekunden anhalten oder keinen Augenkontakt mehr halten.

Was Eltern in diesen Fällen tun können: versuchen, das Baby auf gewohnte Weise zu beruhigen oder wenn dies nicht mehr funktioniert, sich selbst versuchen zu entspannen und dem Baby einfühlsam zuhören. Wenn alle Stricke reißen, dann bleibt nur noch das Mitweinen.

Erinnerungsweinen

Babys machen schon in der Schwangerschaft und bei der Geburt Erfahrungen, die sie ihren Eltern nach der Geburt mit dem Weinen mitteilen. Wenn ein Baby sich sicher genug fühlt, kann es sich ausdrücken und damit Spannungen abbauen.

Babys hören dann mit dem Weinen auf, wenn alles gesagt wurde oder eben auch wenn sie merken, dass ihr Weinen nicht gesehen bzw. gehört wird.

Was Eltern in diesen Fällen tun können: versuchen in den Bauch zu atmen, den eigenen Körper zu spüren, den Boden unter sich zu spüren, und letztlich mitfühlend zuhören.

Dies erfordert Geduld mit sich selbst, Übung und Unterstützung (den Raum zu halten, die anderen Kinder währenddessen zu betreuen etc.).

Für unstillbar weinende Babys und ihre Eltern ist Schmetterlings-Massage eine wunderbare Möglichkeit zur Bindung und Entspannung. Die Eltern-Baby-Therapie bietet mit der Weinbegleitung eine gute Unterstützung.

Mythos „3-Monats-Koliken“

Nur 5% der vom unstillbaren Weinen betroffenen Babys haben tatsächlich Darmerkrankungen. Die restlichen Babys halten Spannung im Körper, die sich u.a. durch Blähungen zeigt.

Wenn dein Baby nicht nach den Blähungen zu weinen aufhört und die Blähungen u.ä. nur auf gewisse Tageszeiten beschränkt sind, ist dies ein Zeichen dafür, dass es sich höchstwahrscheinlich um Erinnerungsweinen handelt.

Mythos „Brustanschreiphase“

Auch gibt es den Mythos des „Brustanschreiphase“, so als sei dies ein Entwicklungsschritt im Leben eines Mesnchen. So eine Phase gibt es nicht. Schreit ein Baby an der Brust, hat dies andere Gründe.

Fazit

Wenn es dem Baby erlaubt wird, sich auszudrücken, dabei von den Eltern begleitet wird und die Eltern verstehen, worum es beim Erinnerungsweinen geht, kann das Baby auf tiefster Ebene loslassen und sich entspannen. Die ganze Familie kommt zur Ruhe und die Eltern verlieben sich noch mal mehr in ihr Baby. Auf lange Sicht erfahren die Eltern, wie sie zu ihrem Kind auch in schwierigen Situationen weiterhin die Verbindung aufrecht erhalten und es so sehen können, wie es tatsächlich ist und was es tatsächlich braucht. Ein wunderbares Geschenk für jeden Menschen!

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