Wie gut sind Zyklus-Apps?

Zyklus-Apps (auch genannt: Zykluskalender, Eisprungsrechner, Fertility- oder Fruchtbarkeits-Apps) werben damit, dass sie dabei helfen schwanger zu werden und/ oder eine Schwangerschaft zu verhindern, und zwar billig, einfach und zuverlässig.

Apps, die nur Zykluslängen miteinbeziehen, also die sogenannte Kalendermethode verwenden, dienen weder der Vermeidung, noch dem Erzielen einer Schwangerschaft - um genau zu sein, handelt es sich bei einer Kalendermethode auch nicht um Natürliche Familienplanung (NFP). Dabei werden Eisprung und nächste Menstruation rein statistisch basierend auf Durchschnittswerten berechnet (z.B. eine Zykluslänge von 28 Tagen, der 14. Zyklustag als Eisprungstag). Dies hat natürlich nichts mit dem aktuellen Zyklus einer Frau zu tun und ist deshalb unzuverlässig. Die meisten Zyklus-Apps basieren auf dieser Berechnung.

Wichtig ist aber, dass genau bestimmt wird, wann eine Frau ihre un/ fruchtbaren Tage hat - denn nur dann weiß sie um ihren Zyklus und kann sich entscheiden, wie sie sich verhalten möchte.

Apps, die nur den Zervixschleim oder nur die Temperatur verwenden, können ebenfalls verworfen werden, da sie eine

zu geringe Sicherheit aufweisen. Mit ihnen lassen sich kurz gesagt die fruchtbaren Tage zu wenig genau bestimmen, sodass sie weder für die Verhütung, noch für den Kinderwunsch hilfreich sind.

Eine Zyklus-App kann bestenfalls nur so gut sein, wie die Methode auf der sie basiert.

Übrig bleiben also nur Apps, die sowohl Zervixschleim bzw. Muttermund, als auch Temperatur miteinbeziehen UND sich auf eine wissenschaftlich getestete NFP-Methode mit hoher Methodensicherheit beziehen. Grundsätzlich bleiben also nur Apps übrig, die auf der Symptothermalen-Methode der Arbeitsgruppe NFP alias Sensiplan basieren.

Welche Zyklus-Apps sind denn nun konkret geeignet?

Im Internet gibt es Massen an Zyklus-Apps, doch die wenigsten halten was sie versprechen.

2017 hat Stiftung Warentest 23 Zyklus-Apps (12 für das Betriebs­system Android und 11 für iOS) unter die Lupe genommen und ist dabei zu folgendem Ergebnis gekommen:

Nur 3 Apps erhalten die Note „Gut“ und werden somit zur Verhütung und für den Kinderwunsch empfohlen.

Alle diese drei Apps basieren auf der Symptothermalen Methode der AG NFP:

Für Android: Den 1. Platz für Android erhält „Lady Cycle“ (Gesamtnote: 2.2), den zweiten Platz „MyNFP Mobile“ (Gesamtnote: 2.2).

Für iOS: „myNFP Mobile“ (Gesamtnote: 2.2).

Keine der genannten Apps konnte die Note „Sehr gut“ erreichen, weil bislang aussagekräftige Studien fehlen, die deren Zuverlässigkeit und Praktikabilität belegen.

Die für iPhone zweitplatzierte App erhielt die Note „Befriedigend“: „Lily App“ (Gesamtnote: 2.7). Alle anderen getesteten Apps waren bestenfalls ausreichend (nur eine) und mangelhaft.

Sind Zyklus-Apps für den Kinderwunsch oder zur Verhütung geeignet?

Ob dir eine Zyklus-App dabei hilft, schwanger zu werden bzw. zu verhüten, ist neben den verwendeten Methodenregeln davon abhängig, ob du sie regelmäßig mit korrekten Daten fütterst. Deinen Körper zu beobachten, kann dir eine Zyklus-App nicht abnehmen.

Also sollte dir eine Zyklus-App eine einfache Eingabe und eine übersichtliche Darstellungen deiner Körperbeobachtungen ermöglichen. Ein nettes Zusatz-Feature ist ebenfalls, dir zu ermöglichen, dein Zyklusblatt auszudrucken und zu verschicken (z.B. falls du (Online-)Beratung in Anspruch nehmen möchtest).

Ob die App nun in schwarz oder weiß, blau oder rosa, dargestellt wird, ist letztlich nur Schmuck.

…zur Verhütung:

Um eine Schwangerschaft zu vermeiden, brauchst du eine Zyklus-App, die es dir ermöglicht, deine Beobachtungen gemäß der Symptothermalen Methode der Arbeitsgruppe NFP einzutragen und diese auszuwerten. Obwohl die Zyklus-Apps automatisch auswerten können, rate ich dir dazu, immer selbst (mit)auszuwerten. Die Auswertungshilfe einer App erscheint zwar verlockend, kannst du sie aber nicht überprüfen und zeigt sie dir etwas Falsches an oder gibst du etwas Inkorrektes ein, bist du diejenige, die mit den Konsequenzen leben muss. Die Auswertung sollte unbedingt gekennzeichnet sein.

…für den Kinderwunsch:

Um schwanger zu werden, hilft dir das Wissen um die (hoch)fruchtbare Zeit in deinem Zyklus. Eine App kann dich dabei unterstützten, indem sie dir diese kennzeichnet. Am Zyklusblatt wirst du so einiges mehr noch für eine genauere Zyklusdiagnostik erkennen können, dies deutet dir aber bislang keine Zyklus-App. Ein Handbuch der App sollte dir erklären, wie es zu den hochfruchtbaren Tagen kommt, und Angaben zur Häufigkeit von Geschlechtsverkehr machen.

Das Wissen um die Beobachtung von Temperatur und Zervixschleim/ Muttermund und deren Auswertung nach der Symptothermalen Methode der deutschen Arbeitsgruppe kannst du dir mithilfe eines Kurses/ einer Beratung und/ oder im Selbststudium aneignen.

Ich habe die namentlich genannten Apps geprüft und in weiteren Blog-Artikeln erfährst du, was dabei genau herausgekommen ist. Dort erfährst du auch, welche ich zur Verhütung und zum Kinderwunsch empfehle.

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