Die 6 größten Fruchtbarkeitsmythen

Im Rahmen meiner Tätigkeit als Natürliche Familienplanungsberaterin werde ich immer wieder mit Mythen konfrontiert. Während ich mich bereits in einem anderen Artikel mit den Mythen rund um die Eizelle befasst habe, werde ich mich nun den 6 größten Mythen rund um die Fruchtbarkeit widmen.

Mythos 1: Während der Menstruation kann man nicht schwanger werden.

Wenn eine Frau einen frühen Eisprung in ihrem Zyklus hat, z.B. am 10. Zyklustag, kann sie vom Geschlechtsverkehr während der Menstruationsblutung schwanger werden.

Findet der sehr frühe Eisprung während der Menstruationsblutung statt, kann eine Frau natürlich auch während der Menstruationsblutung schwanger werden.

Frühe Eisprünge sind aber vergleichsweise selten bzw. treten erst am Ende des fruchtbaren Lebens einer Frau, also am Anfang der Wechseljahre, gehäuft auf.

Mythos 2: Gewisse Stellungen während des Geschlechtsverkehrs oder danach (z.B. „hoch lagern“) erhöhen die Chance auf Schwangerschaft.

Nein. Demnach würde dann wohl Gehen als Verhütungsmethode gelten. Fürs Schwanger-Werden ist Geschlechtesverkehr an den hochfruchtbaren Tagen wichtig, nichts weiter.

Ausnahme ist nur die künstliche Besamung, bei der das aufbereitete Ejakulat eine andere Konsistenz als das natürliche aufweist.

Mythos 3: Nur am Eisprungstag kann man schwanger werden.

Ja klar, aber nicht unbedingt vom Geschlechtsverkehr am Eisprungstag. Die Spermien bleiben unter günstigen Bedingungen etwa 3-5 Tage im Zervixschleim der Frau befruchtungsfähig, das heißt, sie starten immer wieder zum Eileiter hoch, um ihr Glück zu versuchen. Die Eizelle selbst lebt nur 8-12 Stunden lang nach dem Eisprung.

Mythos 4: Rauchen hat keinen Einfluss auf die Fruchtbarkeit.

Nein. Paaren mit Kinderwunsch ist von Rauchen abzuraten. Rauchen wirkt negativ auf Eizellquantität und Spermienqualität. Rauchen beeinflusst das Follikelwachstum negativ, sowie die Östrogen- und Progesteronkonzentration und führt zu einer niedrigeren Einnistungsrate von befruchteten Eizellen. Raucherinnen kommen circa zwei Jahre früher in die Menopause.

Die Spermien von Rauchern sind weniger beweglich und lebensfähig als die von Nicht-Rauchern (Hamad et al., 2014).

Mythos 5: Je mehr Geschlechtsverkehr, desto höher die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden.

Nein. Bei drei bis vier Mal pro Tag Geschlechtsverkehr, ist der Samenspeicher derart erschöpft, dass es einige Tage braucht, um ihn aufzufüllen. Zurzeit streiten man sich noch, ob einmal Geschlechtsverkehr pro Tag bereits zu viel ist, und man eher alle zwei bis drei Tage einmal Geschlechtsverkehr miteinander haben sollte.

Mythos 6: Man kann das Geschlecht des Babys bestimmen, wenn man vor bzw. nach dem Eisprung Geschlechtsverkehr miteinander hat.

Nein. Dieser Mythos geht auf Shettles Theorie zurück, dass die y-tragenden Spermien schnell, aber kurzlebig und die x-tragenden Spermien langsam, aber langlebig sein sollen. Daraus soll sich ergeben, dass Mädchen eher durch Geschlechtsverkehr länger vor dem Eisprung entstehen, während Buben durch Geschlechtsverkehr zum Eisprung entstehen. In Studien konnte kein Zusammenhang zwischen Zeit des Geschlechtsverkehrs und Geschlecht bestätigt werden.

Fallen dir noch andere Mythen ein, die du gerne besprechen willst? Lust bekommen, deine eigene Fruchtbarkeit zu erforschen? Melde dich bei mir!

Quellen:

Hamad, M.F. et al.: Impact of cigarette smoking on histone (H2B) to protamine ratio in human spermatozoa and its relation to sperm parameters. Andrology, Volume 2, Issue 5, September 2014, Pages 666–677

Shettles, L.B.: Factors influencing sex ratios. Int J Gynaecol Obstet, 1970, 8:643.

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