Wie du eine optimale Geburtslage fördern kannst

Da sich unsere Möbel verändert haben ("Couch-Potato"-Haltung), wir weniger auf korrekter Haltung achten und viel mehr sitzende Aktivitäten durchführen, haben Babys heutzutage kaum genügend Platz in günstige Geburtspositionen zu finden und schwangere Frauen klagen vermehrt über Schmerzen in Rücken, Becken, Knien usw. Im Folgenden werden Empfehlungen für förderliche Haltungen und Bewegungen für Schwangere gegeben.

Was ist eine optimale Geburtslage?

Eine optimale Geburtslage beschreibt die Lage, aus der ein Baby ohne sich lange im Becken formen zu müssen, geboren werden kann.

Die günstigste Geburtslage ist die Kopflage: das Kind liegt mit dem Kopf nach unten.

Dann gibt es noch die Geburtslage, bei der das Kind mit dem Po/ dem Knie/ dem Fuß voran liegt - die Beckenendlage. Auch dies ist eine Position, aus der die Geburt spontan starten kann und aus der sich das Kind sogar noch bei Geburtsbeginn in Kopflage drehen kann (Rockenschaub, 2005).

Als einziges ist es die Querlage (das Baby liegt quer im Bauch, also weder mit Po, noch mit Kopf nach unten), die logischerweise keine vaginale Geburt zulässt – aber auch aus dieser kann sich das Kind bei Geburtsbeginn noch drehen.

Genau genommen geht es bei der Geburtslage also nicht um die Lage, die ein Baby während der Schwangerschaft einnimmt (das ändert sich ja auch, gerade am Anfang, ständig), sondern die Lage, aus der das Baby die Geburt beginnt.

Sitzen & Alternativen zum Sitzen

Am besten ist es, so wenig wie möglich zu sitzen und wenn schon, darauf zu achten, dass die Frau aufrecht auf ihren vorderen Sitzbeinhöckern sitzt, die Hüften sind höher als die Knie und sie befindet sich in einer aufrechten, nach vorne gelehnten Haltung.

Zum Beispiel:

- Sessel mit gerader Lehne

- am Boden sitzen und einen Polster unterschieben

- auf einem Sitzball oder Kniehocker sitzen (Knie auch hier tiefer als Hüften)

- mithilfe von Polstern, Sitzball etc. nach vorne lehnen

- rittlings über Sessellehne nach vorne beugen

- im Auto den Sitz gerade stellen, die Beine breit machen und auf den Sitzbeinhöckern sitzen

Statt dem Sitzen kann gerne auch eine andere Position gewählt werden wie Vierfüßler, knien, hocken oder die Knie-Ellbogen-Position.

Vermieden werden sollten: das zurückgelehnte Sitzen auf dem Kreuzbein oder Steißbein (dies verengt den Beckenraum und schwächt die Beckenbodenmuskulatur), das Sitzen mit überkreuzten Beinen (verkleinert das vordere Becken), weiches Sitzen, Lümmeln am Sessel/ auf der Couch und die tiefe Hocke bei hinterer Hinterhauptslage („Sterngucker“: Baby liegt mit dem Hinterkopf zum Rücken der Mutter).

Liegen

Auch beim Liegen sollte das Baby die Gelegenheit haben, sich mit dem Rücken in den Bauch als „Hängematte“ fallen zu lassen. Die Frau liegt auf einer Seite mit den Hüften im rechten Winkel zur Unterlage und einem Polster zwischen Knien und Fußknöchel, um die Hüften und den Beckenboden zu entlasten. Ein Polster unter Ellbogen und Handgelenken unterstützt Schultern und den oberen Rücken.

Eine Variation davon ist es, sich im seitlichen Liegen vorzulehnen: die Frau platziert einen Polster vor ihren Bauch und beugt ihr oberes Knie. Sie lässt ihr oberes Knie und das Fußgelenk auf dem Polster ruhen. Wieder kann ein Polster unter Ellbogen und Handgelenk platziert werden. Der untere Arm kann unter der Frau oder hinter ihr liegen.

Auch auf dem Bauch kann eine Schwangere mithilfe zweier Schwimmringe, einem Stillkissen oder mehrere Polster schlafen. Für den Kopf und die Schultern, sowie für die Fußgelenke wird je Polster verwendet.

Vermieden werden sollten das Liegen in Rückenlage (nach den ersten Schwangerschaftsmonaten) und das seitliche zurückgelehnte Liegen.

In Bewegung

- gehen (aufrecht, freies Steißbein, die Bewegung kommt aus dem Zentrum der Oberschenkel)

- schwimmen (besonders Brustschwimmen)

- sonstiges: Bauchtanz, Yoga, Gartenarbeit etc.

Vermieden werden sollten Sportarten, die die Bauchmuskulatur stärken.

Sonstige Empfehlungen

In/ aus dem Auto ein- und aussteigen: Knie beisammen halten, den Po drehen, um beide Füße gemeinsam in das und aus dem Auto zu bringen.

Für den täglichen Toilettengang kann ein Hocker vor die Toilette gestellt werden, um die Knie beim Sitzen am Toilettensitz anzuheben und den Beckenboden zu verlängern. Dies fördert die Verdauung und reduziert Hämorrhoiden.

Um ein ausgeglichenes Becken zu fördern und dem Baby somit Raum für eine förderliche Geburtslage zu geben, sind weiters folgende 4 Übungen zu empfehlen:

Rebozo Sifting

Sidelying Release

Forward Leaning Inversion

Standing Sacral Release

Noch Fragen? Dann kannst du gerne mit mir Kontakt aufnehmen!

Quellen und weiterführende Literatur:

Jean Sutton & Pauline Scott (2010): Die Optimierung der Kindslage. Stuttgart (Hippokrates Verlag)

Rockenschaub, A. (2005): Gebären ohne Aberglauben. Wien (Facultas)

Spinning BabiesTM: spinningbabies.com

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